Spirulina zählt zu den bekanntesten Mikroalgen weltweit – und gleichzeitig zu den am häufigsten missverstandenen. Oft als „Superfood“ vermarktet, steckt hinter Spirulina tatsächlich eine außergewöhnlich nährstoffreiche Biomasse mit langer Nutzungsgeschichte, moderner wissenschaftlicher Relevanz und spannenden Qualitätsunterschieden.
Doch was genau ist Spirulina? Welche gesundheitlichen Effekte sind belegt? Und worin unterscheiden sich grüne, blaue und sogenannte Hawaii-Spirulina?
Was ist Spirulina?
Spirulina ist streng genommen keine Alge, sondern ein cyanobakterieller Organismus (Arthrospira platensis bzw. Arthrospira maxima). Sie wächst in warmen, alkalischen Süßwasserseen und wird heute kontrolliert in Aquakulturen kultiviert.
Besonders bemerkenswert ist ihre Nährstoffdichte: ca. 60–70 % hochwertiges Protein, alle essentiellen Aminosäuren, Eisen, Magnesium, Jod (in Spuren), B-Vitamine (inkl. B1, B2, B3), sekundäre Pflanzenstoffe, insbesondere Phycocyanin, Chlorophyll und Carotinoide.
Spirulina wird meist als Pulver, Tablette oder Kapsel eingesetzt und wird auch zum Färben von Lebensmitteln/Supplementen eingesetzt.
Gesundheitlicher Nutzen - was sagt die Wissenschaft?
Spirulina ist eine der am besten untersuchten Mikroalgen. Die Studienlage ist breit, wenn auch nicht in allen Bereichen abschließend.
1. Antioxidative Wirkung
Der blaue Farbstoff Phycocyanin kann stark antioxidativ und entzündungshemmend wirken. Studien zeigen, dass er freie Radikale neutralisieren und oxidativen Stress reduzieren kann.
2. Unterstützung des Immunsystems
Mehrere Human- und Tierstudien deuten darauf hin, dass Spirulina die Aktivität von NK-Zellen steigern kann, die Antikörperproduktion beeinflusst und entzündungsmodulierend wirken kann.
3. Lipidstoffwechsel & Herzgesundheit
Meta-Analysen zeigen: Senkung von Gesamtcholesterin, Reduktion von LDL, teilweise Senkung der Triglyzeride.
Studien & Reviews (Auswahl)
- Belay et al., Journal of Nutritional Science, 2013
- Szulinska et al., European Review for Medical and Pharmacological Sciences, 2017
- Khan et al., Oxidative Medicine and Cellular Longevity, 2020
- Hernández-Lepe et al., Marine Drugs, 2018
Spirulina ist nicht gleich Spirulina
Grüne Spirulina (klassisch)
- Vollständige Spirulina-Biomasse, getrocknet und vermahlen.
- Farbe: Dunkelgrün bis blaugrün (Chlorophyll + Phycocyanin)
- Eigenschaften:
- enthält das gesamte Nährstoffspektrum
- kräftiger, leicht „algiger“ Geschmack
- ideal für Tabletten, Kapseln, funktionelle Mischungen
Blaue Spirulina (Phycocyanin)
- Ein Extrakt aus Spirulina – nahezu reines Phycocyanin.
- Farbe: Leuchtend blau
- Eigenschaften:
- kein Chlorophyll → milder Geschmack
- stark antioxidativ
- proteinreich, aber nicht vollwertig
- wird meist mit Maltodextrin vermischt, damit es leichter zu verarbeiten ist und stabil gegenüber Hitze und Feuchtigkeit bleibt
Hawaii-Spirulina
Spirulina (meist Arthrospira platensis), kultiviert unter speziellen Bedingungen auf Hawaii.
Besonderheiten an Hawaii:
- vulkanischer Boden
- sehr sauberes Wasser
- hohe Sonneneinstrahlung
- strenge Qualitäts- & Schadstoffkontrollen
Eigenschaften:
- oft besonders hoher Phycocyanin-Gehalt
- niedrige Schwermetallbelastung
- Premiumpositionierung
„Hawaii-Spirulina“ ist keine eigene Art, sondern mehr ein Qualitäts- und Herkunftsversprechen.
Wussten Sie es?
Spirulina wurde von den Azteken als „Tecuitlatl“ bezeichnet und aus dem Texcoco-See in Zentralmexiko geerntet. Zeitgenössische Berichte spanischer Chronisten beschreiben, dass die getrocknete Spirulina-Biomasse als proteinreiche Nahrungsquelle genutzt und auf Märkten verkauft wurde. Die Ernte erfolgte mithilfe von Netzen oder Kanus, wobei die Algen von der Wasseroberfläche abgeschöpft und anschließend in der Sonne getrocknet wurden.
Spirulina wird seit den 1960er-Jahren von Raumfahrtorganisationen wie der NASA als potenzielle Nahrungsquelle für Langzeitmissionen untersucht. Ausschlaggebend sind der hohe Protein- und Mikronährstoffgehalt, das schnelle Wachstum sowie der geringe Bedarf an Fläche und Ressourcen. Zudem eignet sich Spirulina theoretisch für geschlossene Lebenserhaltungssysteme, in denen Sauerstoffproduktion und Nährstoffversorgung kombiniert werden könnten.
Unsere Produkte
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