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Schizochytrium für Heimtiere

Nachhaltiger DHA-Rohstoff aus Meeresalgen für die Tiergesundheit
Lesezeit: ca. 8 Minuten

Schizochytrium sp. ist eine marine Mikroalge, die als besonders wertvolle Quelle für langkettige Omega-3-Fettsäuren gilt – und das nicht nur für Menschen, sondern zunehmend auch für Haustiere. Ob als reines Algenöl oder als getrocknete Ganzalge: Dieser Rohstoff eröffnet neue Wege in der Tierernährung. In diesem Artikel erfahren Sie, was hinter diesem außergewöhnlichen Organismus steckt und warum er im Futtermittelbereich so spannend ist.

Was ist Schizochytrium?

Schizochytrium sp. ist ein einzelliger mariner Organismus, der taxonomisch zu den Thraustochytriden (Klasse der Labyrinthulomycetes) gehört – also streng genommen keine klassische Grünalge, sondern ein algenähnlicher Protist. Diese Mikroorganismen kommen natürlicherweise in Meeressedimenten und tropischen Meeresökosystemen vor und gelten als einer der reichhaltigsten natürlichen Produzenten der Omega-3-Fettsäure DHA (Docosahexaensäure).

Für den kommerziellen Einsatz wird Schizochytrium in kontrollierten Fermentationsanlagen gezüchtet – ohne Fischfang, ohne ökologische Belastung der Meere. Das Ergebnis ist ein Rohstoff, der sowohl als Algenöl (reich an DHA) als auch als Ganzalgenmehl oder getrocknete Biomasse verarbeitet werden kann.

Inhaltsstoffe und Nährstoffe

Der Hauptwirkstoff von Schizochytrium ist die langkettige Omega-3-Fettsäure DHA (Docosahexaensäure). Daneben enthält die Alge je nach Verarbeitung:

  • DHA: bis zu 30–45 % der Gesamtfettsäuren (abhängig von Stamm und Fermentation)
  • DPA (Docosapentaensäure, n-6): weitere wertvolle Fettsäure
  • Astaxanthin & weitere Carotinoide: antioxidative Pigmente (stammabhängig)
  • Proteine & Aminosäuren: bei Ganzalgenprodukten relevanter Anteil
  • Mineralien: u. a. Phosphor, Kalium, Magnesium, Jod
  • Squalen & Sterole: bioaktive Lipidverbindungen

Im Gegensatz zu Fischöl enthält Schizochytrium-Öl kaum EPA (Eicosapentaensäure), aber einen sehr hohen DHA-Anteil, was es besonders für Tierarten interessant macht, die DHA schlecht selbst synthetisieren können.

Zur Frage des EPA-Gehalts: Natur vs. Verarbeitung

Schizochytrium sp. produziert von Natur aus so gut wie kein EPA. Die Fettsäure-Biosynthese dieser Mikroalge ist stark auf DHA ausgerichtet – EPA entsteht dabei allenfalls in Spuren als Zwischenprodukt. Wer also ein reines Schizochytrium-Algenöl kauft, erhält ein Produkt mit einem sehr hohen DHA-Anteil und einem EPA-Gehalt, der analytisch nahe null liegt.

Dennoch werben manche Algenöle mit einem nennenswerten EPA-Gehalt. Wie kommt das EPA in diese Produkte? Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Wege:

  • Mischung verschiedener Algenarten: Einige Hersteller kombinieren Schizochytrium-Öl mit Ölen aus anderen Mikroalgen, die natürlicherweise EPA produzieren – etwa Nannochloropsis sp. oder Phaeodactylum tricornutum. Das Endprodukt enthält dann sowohl DHA als auch EPA, stammt aber aus zwei unterschiedlichen Quellen.
  • Gezielter Einsatz spezieller EPA-produzierender Stämme: Für Produkte, die ein ausgewogenes DHA-zu-EPA-Verhältnis anstreben, werden gezielt Algenarten oder gentechnisch optimierte Stämme eingesetzt, deren Stoffwechsel stärker auf EPA ausgerichtet ist.

Für Tierhalter und Hersteller von Heimtierfutter ist diese Unterscheidung relevant: Ein reines Schizochytrium-Algenöl liefert primär DHA – ideal für die Gehirn- und Augenentwicklung sowie entzündungsmodulierende Prozesse. Wer ein breiteres Omega-3-Spektrum mit EPA anstrebt, sollte gezielt auf die Zusammensetzung und die Algenquellen im Produkt achten.

Gesundheitlicher Nutzen für Haustiere

DHA spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung und Funktion von Gehirn, Augen und Nervensystem – auch bei Tieren. Die folgenden Hinweise basieren auf wissenschaftlichen Studien, ersetzen aber keine tierärztliche Beratung:

Kognition & Gehirnentwicklung: Studien an Welpen zeigten, dass eine DHA-reiche Ernährung die Lernfähigkeit und kognitive Entwicklung verbessern kann. Quelle: PubMed (2012)

Augengesundheit: DHA ist ein wesentlicher Bestandteil der Netzhaut. Ein ausreichender DHA-Gehalt in der Nahrung wird mit besserer Sehschärfe bei Katzen und Hunden in Zusammenhang gebracht. Quelle: PubMed (2001)

Entzündungshemmung & Gelenkgesundheit: Omega-3-Fettsäuren aus Meeresquellen zeigten in mehreren Studien entzündungshemmende Wirkung, die Gelenken und Haut zugutekommen kann. Quelle: PubMed (2010)

Herzgesundheit: Auch bei Tieren wird eine positive Wirkung von DHA auf die Herzfunktion diskutiert. Die Datenlage ist vielversprechend, aber noch nicht abschließend. Quelle: PubMed (2007)

Fellqualität & Hautgesundheit: Tierbesitzer berichten häufig von verbessertem Fellglanz und reduziertem Juckreiz nach Zugabe von Omega-3-reichen Ölen ins Futter. Wissenschaftliche Belege unterstützen diese Beobachtung. Quelle: PubMed (2008)

Rechtliche Einschränkungen & Zulassung im Futtermittelbereich

Schizochytrium sp. sowie das daraus gewonnene Algenöl sind in der EU als Einzelfuttermittel eingestuft und werden in der Kategorie „Algen und Algenerzeugnisse" bzw. „Öle und Fette" geführt – nicht als Futtermittelzusatzstoff. Sie können damit grundsätzlich ohne gesonderte Zulassung als Futtermittelzusatzstoff in der Tierernährung eingesetzt werden, sofern die allgemeinen Anforderungen der Futtermittelgesetzgebung (insbesondere der Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln) eingehalten werden.

Hersteller und Inverkehrbringer sind verpflichtet, die jeweils aktuellen Anforderungen an Kennzeichnung, Sicherheit und Verkehrsfähigkeit gemäß EU-Recht eigenverantwortlich zu prüfen. Bei Unsicherheiten empfehlen wir die Konsultation eines auf Lebensmittel- und Futtermittelrecht spezialisierten Fachjuristen oder der zuständigen Behörde.

Fun Facts
Fun Fact 1

Schizochytrium war ursprünglich die Grundlage für eine revolutionäre Entdeckung: In den 1980er Jahren erkannten Forscher, dass marine Mikroorganismen – nicht Fische – die eigentliche Primärquelle von DHA in der Nahrungskette sind. Fische nehmen DHA durch das Fressen von Mikroalgen auf und reichern es an. Das bedeutet: Der Fisch ist nur der Zwischenspeicher – die Alge ist die ursprüngliche Quelle.

Fun Fact 2

Weil Schizochytrium durch Fermentation produziert wird, ist es eine der ersten wirklich nachhaltigen Alternativen zu Fischöl. Ein einziger Fermenter kann dabei die DHA-Menge liefern, die sonst aus tausenden Kilogramm Seefisch gewonnen werden müsste – ohne den Fischbestand zu belasten. Das macht diesen Rohstoff nicht nur wertvoll für die Tiergesundheit, sondern auch für die Zukunft unserer Meere.


Haftungsausschluss

Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass bei den oben genannten Aussagen teilweise weitere Forschungen sowie Studien notwendig sind, um diese wissenschaftlich zu belegen. Daher können aktuell nicht alle Aussagen von der Schulmedizin anerkannt werden.

Die in diesem Beitrag enthaltenen Informationen zu gesetzlichen Regelungen, Zulassungen und Einsatzmöglichkeiten von Rohstoffen basieren auf sorgfältiger Recherche und unserem aktuellen Kenntnisstand. Wir übernehmen jedoch keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Angaben.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel unterliegen laufenden Änderungen. Für die Verwendung von Rohstoffen und gesundheitsbezogenen Angaben ist daher stets eine eigenverantwortliche Prüfung der jeweils geltenden Vorschriften, EU-Verordnungen und Zulassungslisten durch den Hersteller oder Inverkehrbringer erforderlich.

Bei rechtlichen Unsicherheiten empfehlen wir, Fachjurist:innen oder die zuständigen Behörden zu konsultieren.

Reading time: approx. 8 minutes

Schizochytrium sp. is a marine microalgae renowned as one of nature's richest sources of long-chain omega-3 fatty acids – and increasingly valued not only for human nutrition but also for pet health. Whether as pure algae oil or as whole dried biomass, this raw material is opening exciting new avenues in animal feed. In this article, you will discover what makes this remarkable organism so unique and why it is generating such interest in the pet food sector.

What is Schizochytrium?

Schizochytrium sp. is a single-celled marine organism belonging to the thraustochytrids (class Labyrinthulomycetes) – technically not a green algae but an algae-like protist. These microorganisms occur naturally in marine sediments and tropical ocean ecosystems, and are considered among the richest natural producers of the omega-3 fatty acid DHA (docosahexaenoic acid).

For commercial use, Schizochytrium is cultivated in controlled fermentation facilities – without fishing, without burdening ocean ecosystems. The result is a raw material that can be processed as algae oil (high in DHA) or as whole algae meal or dried biomass.

Nutrients and Composition

The primary active component of Schizochytrium is the long-chain omega-3 fatty acid DHA (docosahexaenoic acid). Depending on processing, the algae also contains:

  • DHA: up to 30–45% of total fatty acids (depending on strain and fermentation)
  • DPA (docosapentaenoic acid, n-6): another valuable fatty acid
  • Astaxanthin & other carotenoids: antioxidant pigments (strain-dependent)
  • Proteins & amino acids: relevant content in whole algae products
  • Minerals: including phosphorus, potassium, magnesium, iodine
  • Squalene & sterols: bioactive lipid compounds

Unlike fish oil, Schizochytrium oil contains very little EPA (eicosapentaenoic acid) but a very high DHA content, making it especially interesting for animal species that have limited ability to synthesise DHA independently.

On the Question of EPA Content: Nature vs. Processing

Schizochytrium sp. naturally produces virtually no EPA. The fatty acid biosynthesis of this microalgae is strongly directed towards DHA – EPA arises, if at all, only in trace amounts as an intermediate. A pure Schizochytrium algae oil therefore delivers a very high DHA content and an EPA level that is analytically close to zero.

Yet some algae oils advertise a notable EPA content. How does EPA end up in these products? There are essentially two routes:

  • Blending different algae species: Some manufacturers combine Schizochytrium oil with oils from other microalgae that naturally produce EPA – such as Nannochloropsis sp. or Phaeodactylum tricornutum. The final product then contains both DHA and EPA, but from two distinct sources.
  • Use of dedicated EPA-producing strains: Products targeting a balanced DHA-to-EPA ratio may use algae species or selectively bred strains whose metabolism is oriented more strongly towards EPA production.

For pet owners and manufacturers of pet food, this distinction matters: a pure Schizochytrium algae oil delivers primarily DHA – ideal for brain and eye development as well as inflammation-modulating processes. Anyone seeking a broader omega-3 profile that also includes EPA should pay close attention to the product's composition and the algae sources it contains.

Health Benefits for Pets

DHA plays a central role in the development and function of the brain, eyes, and nervous system – in animals as well as humans. The following information is based on scientific studies but does not replace veterinary advice:

Cognition & brain development: Studies in puppies showed that a DHA-rich diet can improve learning ability and cognitive development. Source: PubMed (2012)

Eye health: DHA is an essential component of the retina. Adequate dietary DHA is associated with better visual acuity in cats and dogs. Source: PubMed (2001)

Anti-inflammatory effects & joint health: Several studies have demonstrated anti-inflammatory effects of marine omega-3 fatty acids that may benefit joints and skin. Source: PubMed (2010)

Heart health: A positive effect of DHA on cardiac function is also discussed in animals. The evidence is promising but not yet conclusive. Source: PubMed (2007)

Coat quality & skin health: Pet owners frequently report improved coat shine and reduced itching after adding omega-3-rich oils to their pets' diet. Scientific evidence supports these observations. Source: PubMed (2008)

Legal Considerations & Classification in Animal Feed

Schizochytrium sp. and the algae oil derived from it are classified in the EU as single feed materials under the categories "algae and algae products" and "oils and fats" respectively – not as feed additives. They can therefore generally be used in animal nutrition without a separate feed additive authorisation, provided that the general requirements of feed legislation are met – in particular Regulation (EC) No 767/2009 on the placing on the market and use of feed.

Manufacturers and those placing products on the market are responsible for independently verifying the applicable labelling, safety, and marketability requirements under EU law. In cases of legal uncertainty, we recommend consulting a specialist in food and feed law or contacting the relevant authorities.

Fun Facts
Fun Fact 1

Schizochytrium was the foundation of a revolutionary scientific insight: in the 1980s, researchers discovered that marine microorganisms – not fish – are the true primary source of DHA in the food chain. Fish accumulate DHA by consuming microalgae. This means that fish are merely the intermediary storage – the algae is the original source.

Fun Fact 2

Because Schizochytrium is produced through fermentation, it is one of the first truly sustainable alternatives to fish oil. A single fermenter can yield the equivalent amount of DHA that would otherwise require thousands of kilograms of sea fish – without depleting fish stocks. This makes this raw material valuable not only for animal health, but also for the future of our oceans.


Disclaimer

For legal reasons, we point out that some of the statements made above require further research and studies in order to be scientifically verified. Therefore, not all statements can currently be recognised by conventional medicine.

The information in this article regarding legal regulations, approvals, and possible uses of raw materials is based on careful research and our current state of knowledge. However, we accept no liability for the completeness, accuracy, or currency of the information provided.

The legal framework for food and dietary supplements is subject to ongoing changes. Manufacturers and those placing products on the market are therefore always required to independently verify the applicable regulations, EU directives, and approval lists.

In cases of legal uncertainty, we recommend consulting specialist lawyers or the relevant authorities.

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